INSTITUT FÜR INTERDIZIPLINÄRE PSYCHOLOGIE

GIPMED

Zur Psychosozialen Medizin gehören

Unter Interdisziplinarität versteht die GIP die Nutzung von Ansätzen, Denkweisen oder Methoden verschiedener medizinischer und psychologischer Fachrichtungen. Die Interdisziplinarität  entwickelte sich in der Menschheitsgeschichte. In dieser gab es immer mehr Wissenschaftsfächer und Spezialisten. Die Philosophie in ihrer reinsten Form war zur Zeit von Sokrates zum Beispiel die Grundlage seelischer Forschung.

  1. Aus der Philosophie entwickelte sich
  2. die Psychologie*, aus dieser
  3. die somatisch begründete Psychologie = Neurologie + Psychiatrie
  4. die „sprechende“ Medizin = das ärztliche Gespräch,
  5. die psychologische Medizin = Psychotherapie,
  6. die psychisch begründete somatische Medizin = Psychosomatische Medizin,
  7. die sozial begründete Psychiatrie + Psychosomatik = Psychosoziale Medizin.

Bei dem gegenwärtigen Stand wissenschaftlicher Entwicklung ist die Vernetzung der Teilaspekte eines Menschen sehr umfangreich.

Eine interdisziplinäre oder fächerübergreifende Arbeitsweise umfasst dabei mehrere voneinander unabhängige Bereiche, die einer meist wissenschaftlichen Fragestellung mit ihren jeweiligen Methoden nachgehen. Es spielt hierbei eine untergeordnete Rolle, ob diese Fachgebiete selbst interdisziplinäre Ansätze verfolgen oder ob sich diese Ansätze erst durch eine Kombination dieser Fachgebiete ergeben.

Wichtig in Abgrenzung zur Multidisziplinarität ist, dass Methoden zwischen den Disziplinen vermittelt werden und sich damit Lösungsstrategien nicht nur durch einen Austausch von Behandlungen und Denkweisen ergeben.

Interdisziplinarität ist für die GIP das Zusammenführen verschiedener Teilaspekte, ein reines Nebeneinander dieser reicht hierfür nicht mehr aus.

Ein Teil neuer wissenschaftlicher Fachrichtungen wie z.B. die Biochemie sind aus einer beständigen interdisziplinären Zusammenarbeit entstanden. Häufig wird auch eine persönliche Interdisziplinarität praktiziert, wobei z.B.

ein einzelner Arzt in dem interdisziplinären Fach der Psychiatrie Bereiche unterschiedlicher Disziplinen in sich vereint:

  • Psychopathologie • Psychologie • Psychosomatik • Allgemeinmedizin • Innere Medizin • [Psycho-] Pharmakologie Psychotherapie • Sozialmedizin • Neuropsychologie • Neurologie • Neuroendokrinologie.

Wesentlich für die fächerübergreifende Zusammenarbeit ist, dass über die Disziplingrenzen hinweg ein Verständigungsprozess stattfindet, d.h. eine gemeinsame Sprache gefunden wird, aber auch Kriterien, beispielsweise zur Bewertung der Qualität medizinischer Leistung erstellt werden.

Diesen »kybernetischen« Verständigungsprozess suchen alle Berater und Therapeuten der GIP  mit Praxen, Kliniken, Unternehmen und sozialen Institutionen.

Fachbereiche der Interdisziplinären Psychologie bzw. Psychosozialen Medizin

Antworten auf gesundheitliche Probleme eines Menschen können wie beschrieben nicht mehr aus einem einzelnen Fach heraus gegeben werden. Es ist vielmehr eine Zusammenarbeit zwischen den großen Disziplinen und Unterdisziplinen wie der Neuropsychologie, der Hormonmedizin, der Kommunikationspsychologie u.a. Hier einige Arbeitsbereiche der »IP« ohne alle Unterdisziplinen:

 

  • Allgemeinmedizin, Pharmakologie
  • Innere Medizin, Psychosomatik
  • Psychologie, Psychotherapie
  • Neurologie, Neurobiologie
  • Psychiatrie, Neuropsychologie

Der Begriff „Interdisziplinäre Psychologie“ (IP) wird in unserer Darstellung  synonym für die aus ihr hervorgegangen Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, bzw. Psychosoziale Medizin genannt. (siehe auch www.akutklinik-schwarzwald.de)

 

KRANKHEITSBILDER DER »IP«

  • Belastungsstörungen, Adoleszentenkrisen, Lebenskrisen
  • Anpassungsstörungen, Sexualstörungen
  • Ängste, Zwänge, Neurosen
  • Psychogene Störungen, Angstneurosen, Phobien, Herzneurosen
  • Somatoforme Störungen und – Schmerzstörungen, Dissoziative Störungen, Konversionsneurosen, Larvierte Depressionen
  • Depressionen, Affektive Störungen und Psychosen psychischer oder somatischer Genese
  • Psychogen-depressive Erkrankungen (sog. „Burnout-Syndrome“ bei Menschen, die dem Druck des Umfeldes nicht mehr standhalten, sich ausgebrannt fühlen oder keinen Sinn in ihrem Leben sehen)
  • Persönlichkeitsbedingte Krisen, Identitätskrisen, Suizidalität
  • Impulskontrollstörungen, AD(H)S im Jugendlichen- und Erwachsenenalter, Borderline-Syndrom
  • Dependenzerkrankungen (nicht stoffgebunden Sucht wie Kaufsucht, Internetsucht, Spielsucht)
  • Psychosomatische Erkrankungen der Inneren – und  Ernährungsmedizin (Essstörungen wie Adipositas oder Anorexie z. B.)
  • Funktionelle Störungen (körperliche Beschwerden ohne Organbefund)
  • Körperliche Erkrankungen mit psychosozialen Wechselwirkungen (z.B. chronisch entzündliche Darmerkrankungen, arterieller Hyper-to1111nus, Asthma bronchiale)
  • Verarbeitungsprobleme bei schwerwiegenden Erkrankungen (z.B. Diabetes mellitus, Krebs, Herzinfarkt)
  • Soziogene und Soziosomatische Erkrankungen (Stress, Mobbing, Informationsüberflutung, Hyperakusis, Tinnitus z.B.)
  • Traumata durch schwere Schicksalsschläge oder Krankheiten, Posttraumatische Störungen
  • Tinnitus, Schlafstörungen (Insomnien)
  • Neurogene Störungen und Erkrankungen wie Parkinsonsyndrom, Neuritiden, Paralysen
  • Neurogene Schmerzstörungen, z.B. Neuralgien wie Ischialgie, Myialgien
  • Neuromedizinische Störungen z.B. Neuroendokrinologische Störungen der Sexualmedizin, und der Immunologie

BEHANDLUNGEN IN EINER  »IP«

Philosophie

Die GIP vertritt eine psychosoziale Medizin, die an der Universität Heidelberg als Zentrum für Psychosoziale Medizin integriert ist.

In der GIP beinhaltet sie fünf Dimensionen, die in der Penta-Medizin aufgeführt sind.

Penta- Modell: Fünf interaktive Dimensionen

Penta-Modell: Fünf interaktive Dimensionen

Das Modell der Penta-Medizin: 

  1. Biologische Dimension mit den körperlichen Funktionen
  2. Physikalische Dimension mit Materie wie Luft, Wasser, Licht
  3. Emotionale Dimension
  4. Mentale – (geistige -) Dimension
  5. Soziale Dimension

METHODEN EINER »IP«

Ab wann von interdisziplinärer Behandlung gesprochen wird, entscheidet sich bei einer Betrachtung somatopsychischer und psychosomatischer Zusammenhänge bzw. von Therapieansätzen, die in die Selbstregulationsprozesse eines Menschen kybernetisch (steuernd) mit akutärztlichen Behandlungsverfahren eingreifen können.

Die GIP spricht zum Beispiel von interdisziplinärer Therapie bei Psychologie und Medizin, da diese Fachrichtungen verwandte Bereiche aufweisen, die durch Regelkreise verknüpft sind. In sie kann man wie oben erwähnt steuernd eingreifen. Interdisziplinär arbeiten auf diese Weise Psychotherapeuten mit Neurophysiologen zusammen, wenn es um eine Neuralgie geht. Ein Neuropsychologe kooperiert mit einem Physiker oder Physiologen, um Hirnaktivitäten zu verstehen.

Ein Internist arbeitet mit Psychiatern und Soziologen zusammen, daneben entwickelt er noch eigene Methoden, wenn sich die Methoden aus den anderen beiden Fachbereichen für die Lösung bestimmter Probleme als unzureichend erweisen. Ein Sozialmediziner fördert bzw. unterstützt wiederum das Verständnis von Ärzten und Patienten im Krankenhaus für die ökologischen (inkl. sozialen) Ursachen einer Erkrankung.

Dies gelingt beispielsweise

  • durch eine internistische Behandlung bei seelisch ausgelöstem Asthma oder Bluthochdruck,
  • durch eine psychopharmakologische Behandlung bei einer internistischen Erkrankung wie Angina pectoris,
  • durch emotionale Impulse in einer systemischen Familientherapie.
  • In tiefenpsychologischer (assoziativer) Hinsicht gelingt dies z.B. durch Aktivierung von Einfällen oder Erinnerungen, die emotional eine kathartische Wirkung (Aha-Effekt) haben und einen kognitiven Prozess nach sich ziehen, wie wir ihn aus der Verhaltenstherapie kennen.
  • In kognitiv-verhaltenstherapeutischer Hinsicht gelingt dies u. U. durch Exposition, die emotionale Prozesse ermöglichen wie wir sie in psychodynamischen Therapien (Psychoanalyse z.B.) durch Übertragung herstellen.

 

 

ZIELE IN EINER INTERDISZIPLINÄREN PSYCHOLOGIE

DIAGNOSTISCHE ZIELE

Unsere diagnostischen und gutachterlichen Ziele sehen wir in der Erfassung

  • der Vernetzung interdisziplinärer Aspekte in einem öko-psycho-sozio-somatischen Prozeß, der sich auf Grund vitaler Abläufe im menschlichen Körper und der Umwelt ständig ändert (selbstregulativer Anpassungsprozess).
  • der Beachtung der fünf Dimensionen wie dargelegt (Behandlungsphilosophie).
  • Da die Wirklichkeit, die somatopsychische und psychosomatische Arbeit in der Medizin reflektiert, vielschichtig und komplex ist, findet eine Unterteilung in Einzelbereiche diagnostisch nicht immer statt. Sie werden entsprechend den interdisziplinären Übergängen nicht getrennt vollzogen.

 THERAPEUTISCHE ZIELE EINER »IP«

  • Die Integration der Akutmedizin in eine somatopsychische und eine psychosomatische Medizin
  • Die Integration von Prävention und Beratung
  • Ziel der  psychosozialen Arbeit bei uns ist, psychologische
  • und soziologische Aspekte in die Akutmedizin z. B. Allgemeinmedizin zu integrieren.
  • Neben diesem Ziel erfolgt eine ganzheitliche Betrachtung bzw. akutärztlichen Aktivierung der Selbstregulation mentaler und somatischer Prozesse in kommunikativer und in biophysikalischer Hinsicht. Dies ist u.a. durch eine umwelt-, familien- und sozial ausgerichteter Arbeit und Denkweise möglich

 

GRUNDSÄTZE  EINER »IP«

10 Regeln einer Behandlung:

  1. Klienten** sind für uns Schutzbefohlene. Wir sehen uns gegenüber ihnen in der Pflicht, entsprechend auf sie einzugehen und sorgfältig das sogenannte Behandlungssetting zu besprechen.
  2. Das Setting umfasst grundsätzlich das Prinzip der Transparenz und der Triangulierung (kein/e KlientIn ist von einer einzelnen Person abhängig). Die Erkrankten haben deshalb die Möglichkeit, neben Bezugstherapeuten auch mit deren Kollegen zu reden. Oft berühren oder widersprechen sich natürlich Gesprächsinhalte mit diesen, da jeder Mensch anders kommuniziert. Wichtig ist für uns deshalb, daß Gesprächsinhalte mit verschiedenen Personen in Konsilen betroffener Therapeuten zusammenfließen und sich ein differenziertes Bild einer Persönlichkeit ergibt.
  3. Die Übergabe des Behandlungsplanes erfolgt erst nach Absprache der Ärzte und Psychotherapeuten.
  4. Verordnungen erfolgen durch den Arzt oder seinen Vertreter. Es wird bei fehlender Compliance (fehlende Akzeptanz einer Therapie) nichts verordnet (z. B. Medikamente), was mit den jeweiligen Behandlern der Klinik nicht abgesprochen ist. Auch bei einer Verletzbarkeit oder Uneinsichtigkeit (sogenannter therapeutischer Widerstand) von Klienten werden Anwendungen oder Medikamente nicht gegen deren Willen verordnet. Es bedarf stattdessen vieler Gespräche bzw. der sorgfältigen Bearbeitung der Einwände und ihrer psychogenen Hintergründe.
  5. Aus Gründen unserer Neutralität und der Therapietechnik (Setting) äußern wir Klienten gegenüber keine Meinungen über sie. Wichtig ist für uns stattdessen, mit ihnen in einen Dialog zu treten. Dieser zeigt uns den verletzten, aber auch den starken Menschen, der hinter den Symptomen steht. Er zeigt uns „den Menschen“.
  6. Wir „werten“ nicht. Wichtig ist uns stattdessen, unsere Wahrnehmung gegenüber den Menschen auszudrücken, die uns begegnen. So bleiben Hilfesuchende bei sich und für sich selbst zuständig. Selbstverantwortung wird somit Teil der Therapie.
  7. Es werden Klienten keine Ratschläge erteilt, es sei denn, es wird mit ihnen Sozialtherapie, ein Coaching oder eine somatische Behandlung durchgeführt. In diesem Fall können die Behandler aber nicht gleichzeitig Psychotherapeuten oder Gestaltungstherapeuten z. B. sein.
  8. Aussagen von Klienten über unsere Kollegen werden von uns natürlich gewürdigt, jedoch nicht kommentiert. Dies beinhaltet, daß entsprechend unserer therapeutisch vorgeschriebenen Neutralität keine Wertungen positiver oder negativer Form über andere erfolgen.
  9. Über Gespräche von und mit unseren Klienten herrscht absolutes Stillschweigen gegenüber Außenstehenden, d. h. nicht bei uns tätigen Personen. Dazu zählen auch Angehörige der Klienten. Diese können aber gerne zu Paar- oder Familiengesprächen kommen, wenn es Klienten wünschen.
  10. Ganzheitlich oder kybernetisch ausgedrückt wollen wir gegenüber Menschen, die uns um Hilfe bitten, „nicht Recht haben“, diese nicht „analysieren“ und deren Aussagen nicht „interpretieren“. Wir wollen ausschließlich Anregungen geben, damit diese sich wieder finden. Wir Therapeuten „behaupten nichts“, wir thematisieren, verdichten unsere Wahrnehmungen und klären zusammen mit dem erkrankten Menschen seine der Menschen. Es ist für diese.    dadurch diese möglich,    neue Sichtweisen, bzw. Alternativen zu erfahren. Sie befreien, da sie kein Postulat darstellen, sie zu übernehmen. Die PatientInnen bleiben Partner und behalten somit ihre Würde. 

Literatur:

 

KOOPERATIONEN IN DER »IP«

Eine interdisziplinäre Zusammenarbeit erfolgt mit Praxen, Kliniken, Unternehmen und sozialen Institutionen, die entsprechende Probleme bei Menschen erkennen und eine interdisziplinäre Zusammenarbeit priorisieren müssen, um Menschen nicht nur schnell, sondern auch möglichst stabil in ihr gewohntes Leben wieder zu integrieren.

Eine interdisziplinäre Zusammenarbeit bietet sich in folgenden Bereichen;

  • SOMATIK: Neurologie, Schmerztherapie, Allgemeine- und Innere Medizin
  • PSYCHOSOZIOSOMATIK: Psychiatrie & Neuropsychologie, Somatopsychische & Psychosomatische Medizin, Soziosomatik
  • PSYCHOLOGIE: Analytische Psychotherapie, Systemische -, Verhaltens-, Paar- & Familientherapie, Kybernetische Psychologie, Soziologie

 

KONTAKT: G.I.P.

Gesellschaft f. Interdisziplinäre Psychologie,  68159 Mannheim, Bismarckstraße 14,
RG, HRB 712070, D-75433 Maulbronn [AG], Wilhelmshöhe 1
Fon: 07043/ 9 525 34,  Email: info@gipgmbh.de, AG MaulbronnI; IK-Nr. 490800359 

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GIPmed Am Salinensee 2, Bad Dürrheim

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